Problem

Ein Problem, das viele Singles heutzutage haben, ist die massive Verlagerung des Kennenlernens in die virtuelle Welt. Das Online-Dating birgt allerdings viele Herausforderungen, folgend sind einige der wichtigsten:

Gigantische Auswahl für die meisten Frauen und für die wenigen Männer: Die Vielzahl an „Bewerbungen“ bläht das Ego so stark auf, dass viele das Gefühl, „etwas Besonderes zu sein“, bekommen. Dies lässt Ansprüche explodieren und führt dazu, dass eine „normale“ Person als Partner/in nicht mehr in Frage kommt. So konkurrieren alle Frauen um die Top-5% der Männer, die, angesichts der Fülle, nur an den lockeren Begegnungen interessiert sind. Was auf Dauer zu Frustration, zu Bindungsunfähigkeit oder sogar zu Depression bei den Beteiligten führen kann.

Kaum Auswahl für die wenigen Frauen und für die meisten Männer: Auf der anderen Seite stehen Singles, die in den Dating-Apps wegen des Aussehens, der Körpergröße, des Gewichts etc. kaum beachtet werden und nur als Aufmerksamkeitsspender für die Egomanen missbraucht werden. Dies frustriert und kratzt an dem Selbstwertgefühl.

Oberflächlichkeit: Viele Profile basieren auf Fotos und Kurzbeschreibungen, die zwar den ersten Eindruck vermitteln, aber keine tiefere Auskunft über eine Person geben. Durch die Stimmlage, die Körpersprache, den Gesichtsausdruck etc. haben wir in hunderttausenden von Jahren gelernt, unterbewusst wahrzunehmen, ob eine Person uns mag oder nicht. Diese für eine glückliche Partnerschaft notwendige Bedingung „ob die Chemie stimmt“ kann oft nur offline überprüft werden.

Missverständnisse: Die Textkommunikation ist anfällig für Missverständnisse, da die nonverbalen Signale fehlen. Das kann dazu führen, dass man die Absichten oder den Humor
des Gegenübers falsch interpretiert. Dadurch erhöht sich das Risiko für das Ablehnen einer geeigneten Person.

Täuschung und Betrug: Es besteht immer die Gefahr, auf unehrliche Profile oder Betrüger zu stoßen. Solche Dating-Profile sind mit falschen Informationen, mit veralteten oder fremden Fotos ausgestattet. Die durch Kommunikation bzw. Treffen mit solchen Personen verlorene Zeit ist vermutlich im Vergleich zu den Schäden, die von den Dating-Kriminellen verursacht werden, das kleinste Übel.

Zeitaufwand: Die zeitliche Komponente darf ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Die Textkommunikation kann Stunden, Tage oder sogar Wochen in Anspruch nehmen. Dies ist allerdings verlorene Zeit, wenn es zu keinem persönlichen Treffen kommt.

Dating-Apps sind Unternehmen: Nicht zuletzt muss erwähnt werden, dass die Dating-Apps keine gemeinnützigen Vereine sind und wirtschaftlich handeln müssen. Dies führt zu einem Dilemma: Auf der einen Seite ist Sinn und Zweck von Dating-Apps, Menschen zusammenzubringen. Auf der anderen Seite ist es nicht wirtschaftlich, wenn zwei Menschen, sprich zahlende Kunden, sich finden und die Dating-Plattform verlassen. Aus diesem Grund sollte man die Erwartung, auf einer Dating-Plattform einen Traumpartner zu finden, nicht zu hoch schrauben.

Viele der oben genannten Probleme können umgangen werden, wenn das Kennenlernen häufiger offline stattfinden würde.